Kleines Bad – ganz groß! 9 Dinge die bei der Badplanung zu beachten sind!

Das Bad muss renoviert werden. Irgendwann ist es an der Zeit, dass der Wunsch nach einem neuen Bad im Raum steht.

In Zeitschriften werden wunderbare Wohn- und Wohlfühlbäder gezeigt, die manchmal eine Fläche eines Wohnzimmers haben. Die meisten haben jedoch diesen Luxus nicht. Deswegen möchte ich mich heute der Gestaltung von kleinen Bädern zuwenden, wie diese auch ganz groß herauskommen können!

Die Vorarbeit:

Wenn ich an solch eine Entwurfsarbeit herangehe, überprüfe ich zuerst die technischen Voraussetzungen. Das heißt in erster Linie, wo ist das WC und dessen Abfluss, denn eine solch große Leitung zu verlegen mit dem benötigten Gefälle ist meist schwierig, wobei ein Meter hin oder her schon möglich ist. Manchmal hat man Glück und die Wohnung ist über dem Keller, dann kann man ggf. die Abflussleitung im Keller entsprechend verlegen… in Wohnungen ab dem Obergeschoss wird es dann schon schwieriger. Desweiteren kläre ich wo die weiteren Zuleitungen für Wasser und Abwasser verlaufen, diese sind jedoch flexibler zu verlegen, somit hat man hier viel mehr Spielraum. Ähnlich verhält es sich mit der Zuleitung für die Heizung.

bayer werner Badezimmer 2014-11-03 für FB-001

Was macht kleine Bäder groß?

1. Begehbare Dusche und der Fliesenboden

Ich gehe mal davon aus, dass in einem kleinen Bad eine Dusche eingeplant werden soll. Was natürlich wunderbar offen wirkt ist, wenn es eine begehbare Dusche wird. Bei begehbaren Duschen wir heute meistens eine Duschrinne als Ablauf verwendet, welche an der Wand entlang eingebaut wird. Hierbei kann der Fliesenboden, im Duschbereich mit leichtem Gefälle, durchgehend in der gleichen Fliesen gefliest werden. Somit wirkt das kleine Bad schon viel größer. -> bei der Auswahl der Fliesen muss allerdings auf die Rutschfestigkeitsklasse geachtet werden! Inzwischen ist die Vorgabe R9 bzw. sogar R10, dies sind die entsprechenden Bezeichnungen, mit denen auch die Fliesen in der Fliesenausstellung gekennzeichnet sind, einfach mal darauf achten! Nicht immer sind allerdings bodenebene Duschen technisch möglich einzubauen, dies hängt oftmals vom vorhandenen Gefälle der Leitungen ab, sowie auch ob das Bad in einem Mehrfamilienhaus ist, hierbei muss der Schallschutz entsprechend besonders beachtet werden. Aber auch mit einer kleinen Schwelle von 3-4 cm bekommt man eine großzügige Optik hin.

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2. Die Duschabtrennung

Am besten ist es, wenn die Duschabtrennung gar nicht wahrgenommen wird. Also sollte sie möglichst eine Ganzglasabtrennung ohne Rahmen sein, diese wirkt am wenigsten auffällig. Oftmals reicht es nicht nur eine Glasscheibe aufzustellen, sondern man benötigt auch noch eine Türe zum Drehen oder Schieben. Dies ist natürlich auch gut, um noch mehr Bewegungsfreiheit im Bad zu bekommen, wenn die Türen weggeschoben oder eingeklappt werden können.

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3. Das WC

Auch das braucht seinen Platz. Es gibt allerdings heute schöne Modelle, die nicht so ausladend sind und somit prima in kleine Bäder passen. Was ich persönlich immer empfehle ist ein WC-Deckel mit Absenkautomatik, dann besteht nicht die Gefahr, dass der Deckel mit lautem Krach „herunterfällt“. Ebenfalls eine gute Weiterentwicklung ist der im Spülkasten eingebaute Abzug (z.B. http://www.geberit.de ) , damit werden Gerüche gleich abgesaugt und gelangen nicht in den Raum! Auch sollte man, wenn man schon am renovieren ist, gleich einen Stromanschluss im Bereich des WC`s verlegen lassen, sollte später einmal der Wunsch nach einem DuschWC umgesetzt werden. Dies kann dann einfach auf das WC montiert werden, vorausgesetzt ein Stromanschluss ist vorhanden!

 Foto http://www.duravit.de mit DuschWC

4. Das Waschbecken und der Waschtisch

Hier gibt es natürlich viele Varianten, vom frei hängenden Waschbecken, Auf- und Unterbaubecken mit Unterschrank, Aufsatzbecken auf einer schönen Waschtischplatte… dies ist tatsächlich sehr davon abhängig wieviel Platz noch zur Verfügung steht. Für mich ist jedoch immer wichtig, dass die vielen Dinge, die jeder benötigt – mal mehr mal weniger – alle ihren Platz bekommen. Es gibt nichts unbefriedigenderes, als wenn nicht alles untergebracht werden kann! Denn wenn viel herumsteht, wirkt ein klenes Bad gleich viel kleinteiliger und somit auch kleiner… Deswegen bin ich ein großer Freund von Waschtischunterschränken mit Auszügen in denen alles verschwinden kann. Wobei der Unterschrank auch gerne frei hängend sein darf, dies gibt nochmals mehr Luft zum Boden. Und natürlich auch ein zusätzlicher Hängeschrank. Gerne integriere ich in den Schränken gleich Steckdosen, somit können Rasierapparat, Ladegerät für elektrische Zahnbürsten, Fön etc. dort eingesteckt bleiben und geladen werden. Somit steht hier auch schon wieder weniger herum und es sind auch keine störenden Kabel im Blickfeld.

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Fotos http://www.duravit.de

5. Der Spiegel und Spiegelschrank

…der wichtigste Gegenstand im einem kleinen Bad! Spiegel vergrößern kleine Räume. Somit kann dieser gar nicht groß genug sein und darf ruhig breit über den Waschtisch angebracht werden. Wenn zu wenig Platz ist, dürfen auch gerne die Schrankfronten oder auch die Badtüre mit Spiegel verkleidet werden. Sie werden staunen wie groß ihr Bad dann wirkt! Wenn ein Badspiegelschrank benötigt wird, ist dieser natürlich auch verspiegelt! Eine schöne Variante ist, wenn der Spiegelschrank bündig in die Wand eingebaut werden kann, somit hängt dieser nicht im Raum, sondern ist eben mit der Wand – ein sehr schönes Detail, welches aber von Anfang an geplant werden muss!!!

Badkamer nieuwbouw - Texture Painting - Alle Mortex toepassingen en schilderwerken van een hoogwaardige kwaliteit Foto texturepainting.be  Eigen Huis en Tuin | Praxis. Een handige opbergkast voor de badkamer. Smal, maar veel ruimte! Foto Praxis.nl

6. Fliesen

Wo soll gefliest werden und wo nicht, das ist oft die Frage. Der Trend geht definitiv dahin, dass nur noch in den Spritzwasserbereichen gefliest wird. Das heißt: im Duschbereich, um das Waschbecken und im Bereich des WCs und natürlich auch der Boden. Die restlichen Wandflächen werden mit einem Kalkputz verputzt. Der Vorteil bei einem Kalkputz ist, dass dieser Wasser aufnimmt und wieder abgibt, somit ist die Gefahr, dass sich Schimmel bildet sehr gering – gelüftet werden muss natürlich trotzdem! Auch lässt sich dadurch vermeiden, dass nach dem Duschen der Spiegel beschlagen ist. Positiv für die Raumgestaltung ist, dass der Raum dadurch viel wohnlicher wirkt.  Und jetzt noch die große Frage: welche Farbe und welches Format? Grundsätzlich empfehle ich für kleine Bäder große Fliesenformat um den Fugenanteil so gering wie möglich zu halten, die wirkt großzügig. Bei der Fliesenfarbe spielt der eigene Geschmack natürlich eine große Rolle, soll das Bad in hellen Naturfarben gestaltet sein oder lieber klar und strukturiert mit Kontrastfarben. Schöne Farbkombinationen sind Weiß-Beige-Holz-Kombinationen oder auch Weiß-Antrazit-Lack – je nach Kombination spielt natürlich auch das Licht eine große Rolle…. Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Möglichkeit in Malertechnik ein fugenloses Bad zu gestalten!

pinterest.com

7. Licht im Bad

Beim Licht im Bad unterscheidet man grundsätzlich drei Arten: Raumbeleuchtung, Spiegelbeleuchtung und Akzentbeleuchtung. In erster Linie wird eine gute Spiegelbeleuchtung benötigt. Am aller besten links und rechts vom Spiegel, als Leuchtstoffröhre, dies gibt die beste Ausleuchtung und wenigste Schattenbildung. Aber auch eine Leuchte über dem Spiegel  ist ideal. Bei Einbaustrahlern in der Decke gibt es immer leichten Schattenwurf im Gesicht, das ist hier zu beachten, diese bieten jedoch eine gute Raumausleuchtung. Mit beginn der LED-Technik, kann man auch schöne Akzentbeleuchtungen schaffen, z. b. als indirekte Beleuchtung unter dem Waschtisch oder Spiegelschrank.

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Fotos: archilovers.de                   archzine.de

8. Das Bad für die Zukunft

Bei allen Badentwürfen, die ich in letzter Zeit bearbeitet habe, war das Thema Altersgerechtigkeit immer ein Thema. Was heißt altersgerecht? Dass man sich so lange wie möglich selbst versorgen kann. Dies ist mit einer bodenebenen Dusche schon mal sehr gut. Zusätzlich können dann, wenn nötig, noch Haltegriffe angebracht werden. Auch ein Duschsitz in der Dusche wirkt nicht „altmodisch“ sondern ganz modern und ist einfach nur ein toller Komfort, wenn man sich beim Duschen hinsetzen kann! Warum soll man sich nicht auch schon in jungen Jahren das Leben komfortabler und leichter machen?

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9. Und jetzt noch zu den Kosten….

Ein Badumbau ist nicht billig und sei es auch nur ein kleines Bad. Es können jedoch Fördergelder der KFW für das Altersgerechte Umbauen beantragt werden – bis zu 50.000 Euro – hier der Link zur KFW, bitte im Vorfeld bei der Bank den Antrag stellen, bevor der Umbau beginnt!

https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Finanzierungsangebote/Altersgerecht-umbauen-(159)/index-2.html

Hierbei wird der Umbau zur bodengleichen Dusche, Änderung der Raumaufteilung und Anpassung der Sanitärgegenstände z.B. gefördert.

Das war jetzt ein kleiner Ausflug in die vielen Möglichkeiten der Badplanung und nachdem jeder von uns verschieden ist und seine ganz persönlichen Vorlieben und Wünsche hat, fließen diese natürlich dann auch in die individuelle Planung ein. Und ganz wichtig ist, dass auch ein kleines Bad gut geplant wird und alle Details im Vorfeld durchdacht sind – es ist so ärgerlich, wenn man später feststellt, dass ein wichtiges Detail vergessen wurde.

Bei Fragen dürft ihr mich gerne kontaktieren!

Herzliche Einrichtungsgrüße Jeanette

P.S. Hier geht es zur Vorschau meiner neuen Webseite : www.raumgeschichten.eu sie darf gerne besucht werden!
Hier gibt es auch einen Eintrag zum Newsletter über den ich in Zukunft meine Einrichtungstipps und Raumgeschichten zu neuen Einrichtungsideen und schönen Dingen versende – man darf gespannt sein, es gibt viel Interessantes und Schönes!

 

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