Vorher – Nachher… oder wie eine Arztpraxis mit besonderem Charme entstanden ist.

Wer geht schon gerne zum Arzt? Und wenn, dann wäre es doch schön, sich dort gut aufgehoben und willkommen zu fühlen. Nicht nur als Patient, sondern als Mensch mit dem Gefühl, dass man hier richtig ist, gerne aufgenommen wird und umfassend behandelt und beraten wird und dies auch in der Praxisgestaltung gleich zu spüren ist.

Solch ein Projekt möchte ich heute vorstellen: wie aus einer Arztpraxis eine Arztpraxis mit ganz besonderem Charme wird.

Wenn ein Umbauprojekt abgeschlossen ist, dann freut man sich am Ergebnis und viele Details scheinen, als ob sie nie anders hätten sein können. Deswegen erzähle ich heute die Geschichte, wie aus einer Arztpraxis eine Arztpraxis mit ganz besonderem Charme wird.

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Am Anfang stehen Träume.

Und so hatte meine Kundin, die ich über eine Empfehlung kennen gelernt hatte, den Traum eine eigene Frauenarztpraxis zu eröffnen und hatte über das Internet Räume einer ehemaligen Arztpraxis zum Mieten. In einem denkmalgeschützten Jugendstilgebäude, war einmal eine Arztpraxis… Sie hat sich in die Räume verliebt. „Kann man aus diesen Räumen eine ganz besondere Praxis machen?“ Das war die Frage an mich, bei unserer ersten Besichtigung.

Doch wie waren die Räume?

Es waren in die Jahre gekommene Einbauten darin, der ehemalige Empfangsbereich glich eher einer Trutzburg, hinter der sich die Arzthelferinnen verschanzen konnten. Das Wartezimmer war zweckmäßig eingerichtet. Die Behandlungszimmer abgeteilt und klein mit braunem Linoleumboden. Der Einfachheit halber war sonst überall ein nicht kaputt zu bekommender mausgrauer Teppich verlegt. Zweckmäßige Beleuchtung rundeten das nüchterne Bild noch ab.

Hier ein paar Impressionen – vorher:

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Was aber sofort auffiel: es waren tolle hohe Räume. In einem Zimmer gab es ein Stuckbild an der Wand und Stuckrosetten an der Decke und zusätzlich noch Stuckleisten an der Decke. Sehr charmant auch die Fensterelemente mit Bleiverglasungen und auch sonst waren die Räume gut geschnitten.

Ja, man kann aus diesen Räumen eine ganz besondere Praxis machen! Das war schnell klar!

Nun ist die erste Aufgabe gemeinsam zu klären, was muss alles in der Praxis berücksichtigt werden.

  • Wie sind die einzelnen Arbeitsabläufe?
  • Welche Räume werden wie gebraucht?
  • Welche Wege müssen Patienten gehen? Wie werden sie empfangen?
  • Wie und was muss die Arzthelferin machen und gleichzeitig den Überblick behalten?
  • Wie muss hier die Arbeitsplatzgestaltung sein?
  • Wie sind die Abläufe im Behandlungszimmer? Im Labor? Im Besprechungszimmer? Im Wartezimmer? Und am Empfang?
  • Wie ist die Privatsphäre für Patienten am besten?

… und erst wenn diese Punkte alle zusammengetragen sind und im Grundriss eingezeichnet sind, wo was stattfindet, erst dann fängt das eigentliche Entwerfen an.

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Die Umsetzung

Als erste Vision hatte sich schon herausgestellt, dass die schönen Räume wieder ihren ursprünglichen Charme bekommen sollten und die Zeit des Jugendstils wieder erkennbar sein soll. Schnell war klar, dass die Stuckleisten in allen Räumen wieder ergänzt und restauriert werden sollen. Und auch, dass auf der Höhe von ca. 80 cm eine zusätzliche Leiste angebracht werden soll, die die Höhe vom Raum in der Proportion schön aufteilt. Die wurde dann farblich noch betont, indem der untere Bereich in einem Grauton gestrichen wurde und darüber wurde in Weiß gestrichen. Selbst wenn im unteren Bereich einmal neu gestrichen werden sollte, braucht man nicht gleich die ganze Wand neu streichen.

Lange wurde auch über den passenden Bodenbelag diskutiert: aber das einzige was wirklich passend war, war ein Parkettboden, der im Fischgrätmuster – wie früher einmal – verlegt wurde. In den Behandlungszimmern konnte selbstverständlich kein Parkett verlegt werden (dies hat Hygienegründe und ist Vorschrift). Es gibt jedoch heute so verblüffend ähnlich aussehende Designböden, sodass am Ende der Eindruck besteht, es ist überall Parkett verlegt. Denn ein durchgehender Bodenbelag ergibt die schöne großzügige Ausstrahlung in der Praxis, das gleiche gilt selbstverständlich auch für Wohnungen.

Jetzt war die Raumgestaltung schon mal festgelegt, jetzt galt es noch, bevor alles wieder schön gemacht wird, die benötigte Technik zu planen. Wo müssen die Anschlüsse im Boden für die Behandlungsstühle hin? Wo werden Anschlüsse für Beleuchtung und Strom benötigt? Somit wurden an den Wänden Gipsleuchten montiert, die in Wandfarbe überstrichen wurden und die über indirektes Licht den Raum beleuchten und somit eine angenehme Atmosphäre bringen.

Und ganz wichtig ist natürlich, wie ist die EDV-Verkabelung von Besprechungszimmer, Behandlungszimmer und Empfang? Wie muss das Labor eingerichtet sein? Welche Anschlüsse für Strom und Wasser und zusätzlicher Absicherung werden benötigt?

Das heißt es müssen genaue Elektroinstallationspläne gezeichnet werden.

Bevor ein Handwerker beginnt, müssen alle Räume und Positionen durchgeplant sein, nochmals durchdacht, ob auch nichts vergessen wurde und ob auch alle Abläufe stimmen: Denn wenn die Wände wieder sauber verputzt und gestrichen sind, sollte nicht noch mal ein Kabel verlegt werden müssen. In diesen Plänen ist dann auch schon festgelegt, wo welche Einbauten vorgesehen sind und auch wie diese genau gebaut werden müssen.

Und natürlich, nicht zu vergessen, werden parallel zu allen Entwürfen und Entscheidungen Angebote eingeholt, damit man den Rahmen des Budgets nicht sprengt!!!

Und dann ging es los:

Und wer schon mal umgebaut hat, der weiß,  am Anfang steht der Staub. So auch hier…

Bissinger Praxis 2011 02 02 (8)_Bildgröße ändern Bissinger Praxis Stand 2011 01 10 (8)

Aber dann wird´s bald schon schöner…

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Jetzt ging es noch an die Farben.

Die Räume selbst wurden weiß und lichtgrau gestrichen und somit sehr zurückhaltend gestaltet, somit kam auch der wunderbare Eicheparkettboden am besten zur Geltung.

Bei den Praxisfarben wurden verschiedene Farbkombinationen ausprobiert. Letztendlich sind die beiden Farben Maigrün und Violett mit Weiß und Holz übriggeblieben. Violett wurde gewählt, da die Praxis eine Frauenarztpraxis ist und man die Farbe Violett dem Weiblichen zuordnet und grün steht für die naturheilkundliche Medizin mit der ebenfalls in der Praxis behandelt wird. Somit ist hier eine schöne Beziehung entstanden, kombiniert mit klarem Weiß und der Holzart Eiche ergab sich ein stimmiges Bild.

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Somit wurden die Schreinereinbauten immer mit Akzenten der beiden Farben angefertigt und eingebaut. Selbstverständlich wurde auch hier in der Planung nichts dem Zufall überlassen und jeder Handgriff, vor allem im Behandlungszimmer, besprochen, wie was angeordnet sein muss. Denn nichts ärgert mich als Planerin mehr, wenn hinterher etwas nicht richtig passt – um so mehr freue ich mich, wenn dann alles so ist, wie gedacht und funktioniert!

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Ein schönes Highlight wurde in einem der Behandlungszimmer eingebaut: ein hinterleuchtetes in die Wand eingelassenes Bild. Selbst das Motiv wurde von uns ausgewählt. Und wer sich mit der Pflanzen und Homöopathie auskennt, erkennt auf dem Foto die Küchenschelle, besser bekannt als Pulsatilla. Und auch hier sind wieder die Praxisfarben vorhanden, die übrigens auch im Praxisschild, auf der Visitenkarte und Internetseite wiederfinden.

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Natürlich ist so ein Komplettumbau einer Praxis nicht billig, deswegen wurde auch hier genau auf die Kosten geachtet. Es wurde in gute Schreinerarbeit investiert und auch die EDV-Technik und Praxisausstattung wurde zukunftsorientiert entschieden. Aber zum Beispiel das schöne Sofa im Wartezimmer, wurde bei eBay ersteigert und neu bezogen – ganz nach meiner Einstellung: es muss nicht immer das Teuerste sein, es muss das Passende sein. Aber auch das ist meine Aufgabe, hier für meine Kunden das Richtige zusammenzustellen.

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Und jetzt die Fotos, wie alles geworden ist:

Fotos: Nicola Lazi http://www.laziundlazi.de

Der Empfang:

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Das Wartezimmer – die Praxis so gut organisiert, dann man (leider) gar nicht lange warten muss…

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Das Besprechungszimmer: Hier finden die Gespräche auf Augenhöhe statt.

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Das Behandlungszimmer 1 – ohne Technik geht es nicht – hier muss aber jeder Handgriff stimmen.

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Das Behandlungszimmer 2 – auch hier sind die Untersuchungen in schöner Atmosphäre möglich.

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Das Labor -hier muss jeder Handgriff stimmen und alles muss seinen Platz haben und nicht zu vergessen die Hygienevorschriften.

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Und wer noch mehr – auch medizinisches – wissen will, darf gerne die Internetseite von Frau Dr. Bissinger besuchen: http://www.frauenarztpraxis-bissinger.de .

Dies Praxisgestaltung war für mich ein ganz besonderes Projekt – und ich glaube, das sieht man auch!

Herzliche Einrichtungsgrüße Jeanette

P.S. Und wenn ihr das nächste mal beim Arzt warten müsst und ihr denkt, hier müsste sich was ändern, dann könnt ihr mich ja weiterempfehlen!

Selbstverständlich bin ich auch da, wenn es um die Gestaltung von Wohnungen und Häusern, sowie von Ladengschäften und Büros geht.

Denn gut eingerichtete Räume können uns viel Kraft und Energie zum Leben und Arbeiten geben.

Und ich freue mich natürlich über eure Meinung und Kommentare:

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